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Golfen hilft gegen den Seelenblues
Golfen hilft gegen den Seelenblues Bild: shutterstock.com/trattierietratti
23.11.2022 / Mixed

Raus aus der Depression, rauf auf den Platz

Golfen kann ein gangbarer Weg gegen die milliardenschweren Seelenschmerzen sein.

Autor:in: Imke Ulrich
Lesedauer 2 MIN
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Weit verbreitet, aber lange Zeit unterschätzt zählen Depressionen heute weltweit zu den häufigsten Formen psychischer Erkrankungen. So belegen psychische und Verhaltensstörungen dem Statistischen Bundesamt zufolge nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits den zweiten Platz der Volksleiden. Sie machen mit über 44 Milliarden Euro mehr als 13 Prozent der gesamten Krankheitskosten aus. 

 

Pandemie & Seelenblues

Fast eine Milliarde Menschen weltweit lebten nach Angaben der WHO 2019 mit einer psychischen Krankheit, fast jeder achte Mensch war also betroffen, heute sind es deutlich mehr. Die Fälle von Depressionen und Angststörungen sind Angaben der Gesundheitsorganisation zufolge weltweit allein im ersten Pandemiejahr um 25 Prozent gestiegen. Ursache für eine psychische Erkrankung kann eine, meist durch Stress ausgelöste, emotionale, berufliche oder anderweitige Überlastung sein. „Plötzlich haben die betroffenen Menschen das Gefühl, in ein tiefes Loch zu fallen, ihr Leben nicht mehr bewältigen zu können“, weiß die Stress- und Hormonexpertin Dr. Sommer. „Rein medizinisch betrachtet kommt es zu einem Absinken des Serotoninspiegels, also des Entspannungshormons, der Cortisol-Spiegel, das Stresshormon, dagegen steigt. Kann der Körper mit dem Stress gut umgehen, bleiben die Hormonwerte im Normalbereich. Manifestiert sich aber ein hoher Cortisol-Spiegel auch in Nicht-Stresssituationen, erkrankt der Mensch.“ Bewegung kann helfen, sich positiver zu stimmen: Mit einer Studie konnte die Medizinerin belegen, dass das Golfspielen dem Seelenblues vorbeugen und ihn therapieren helfen kann.

 

Golf macht glücklich

Um den positiven Effekt von Golf auf einen in Schieflage geratenen Hormonhaushalt zu untersuchen, unternahm sie eine umfassende Testreihe. Bei der Studie traten 396 Golfspielende zum Abschlag an, 97 Probanden taten als Referenzgruppe nichts. Das Ergebnis war eindeutig: „Wir konnten nachweisen, dass bei den Golfspielenden im Gegensatz zur Referenzgruppe der Cortisol-Spiegel erkennbar sank und Serotonin- und Dopamin(Glückshormon)-Spiegel stiegen! Durch regelmäßiges Spielen normalisiert sich die Hormonlage, so dass depressive Verstimmungen mittelfristig in den Griff zu bekommen sind“, so Dr. Sommer. Der Golfspiel-Stress-Test hat ergeben, dass sich die Werte selbst bei den Probanden und Probandinnen verbesserten, die glaubten, dass Golf nichts bewirken kann. „Der Körper reagiert ganz von selbst positiv auf den Sport“, stellt Dr. Sommer fest. Diese glücklich stimmende Wirkung belegt auch eine Umfrage des Deutschen Golf Verbands (DGV): Bei dieser nannten 91 Prozent der befragten Golfenden „Spaß“ als herausragende Eigenschaft ihres Sports, 86 Prozent schätzen an ihm die „Entspannung“ und 68 Prozent die „Geselligkeit“. „Golf verbindet auf besondere Weise sportliche mit sozialen Aspekten“, findet VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. „Ich bewege mich an der frischen Luft und in der Natur, kann soziale Kontakte knüpfen oder pflegen, Spaß und Geselligkeit erleben – und gleichzeitig Erholung für meinen Körper und meine Psyche tanken.“ 

 

Abschlagen für eine gesunde Psyche

Wissenschaftlich erwiesen erkranken Menschen mit geringer körperlicher Aktivität doppelt so häufig an einer Depression wie aktive Zeitgenossen und Zeitgenossinnen. Regelmäßige körperliche Bewegung wirkt vorbeugend und ist heute auch als Therapie anerkannt, um depressive Symptome zu lindern. Die Testergebnisse der Dr. Sommer-Studie zeigen, dass auch Golf eine sinnvolle Therapie-Möglichkeit ist: „Je öfter gespielt wird, umso besser. Golf macht glücklich und hilft prophylaktisch. Golftraining kann depressive Verstimmungen ausgleichen. Ich glaube, es könnte in psychosomatischen Kliniken viel bewirken“, so die Hormonexpertin. Auch für Marco Paeke ist Golfen das beste Antistress-Training. „Ich bin, auch mit Blick auf die Ergebnisse von Frau Dr. Sommer, sicher, dass dieser Sport gesunden Menschen rundum guttut und psychisch angeschlagenen oder bereits erkrankten wieder neuen Schwung geben kann“, so der passionierte Golfer.

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