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Golf: Nur etwas für die oberen Zehntausend?
Golf: Nur etwas für die oberen Zehntausend? Bild: VcG, KI-Gemini
17.12.2025 / Mixed

Golf-Klischees im Check

Über kaum eine Sportart gibt es so viele hartnäckige Vorurteile wie über den Golfsport. Elitär, langweilig, nur für Reiche – entsprechen diese Annahmen der Realität oder sind es längst überholte Mythen?
 

Autor:in: Johannes Podszun/Imke Ulrich
Lesedauer 5 MIN
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Welche Vorurteile gegenüber dem Golfsport stimmen?

Der Golfsport kämpft seit langem mit seinem Image. Noch immer haben viele Menschen eine feste Vorstellung davon, wer Golf spielt, was das Golfspielen kostet und wie ein typischer Golfplatz aussieht. Wir haben uns vier der verbreitetsten Klischees vor die Brust genommen und geprüft, ob sie stimmen:
 

Vorurteil 1: Golf ist nur etwas für die oberen Zehntausend!

Am weitesten verbreitet ist wohl die Vorstellung, dass der Golfsport nur sehr wohlhabenden Menschen vorbehalten ist. Das stimmt jedoch nicht. Richtig ist, dass das Golfspielen Geld kostet. Reich muss man dafür aber keineswegs sein. Denn das heutige Angebot ist sehr ausdifferenziert. Das gilt sowohl für die Ausrüstung, als auch für die Mitgliedschaft. Der finanzielle Aufwand, den man betreiben möchte, hängt in erster Linie von der Bedürfnislage, dem Qualitätsanspruch und der Spielhäufigkeit ab – und die sind natürlich sehr individuell.
 

Golfschläger: Kostspielig oder günstig

Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich einen Maserati kaufen und sich einen maßgeschneiderten Golfschlägersatz aus japanischem Edelmetall für mehrere Tausend Euro anfertigen lassen. Man kann sich aber auch einen halben Schlägersatz für 150,- EUR besorgen, gebrauchte Schläger bei eBay kaufen oder mit Leihschlägern auf den Platz gehen. Kurzum: Wie bei anderen Sportarten geht es auch im Golfsport teuer oder kostengünstig.

Das Spielgerät muss nicht aus Gold sein. (Bild: VcG, KI-Gemini)

Das Spielgerät muss nicht aus Gold sein. (Bild: VcG, KI-Gemini)


Golfspielen: mit und ohne Mitgliedschaft

Ähnlich sieht es bei den Mitgliedschaften aus. Natürlich kann man Mitglied in einem hochpreisigen, sehr elitären Club mit einer herausragenden Platzqualität werden – oder in den USA eine Runde Golf für umgerechnet 500,- EUR spielen. Es geht aber auch anders. Was die wenigsten wissen: In Deutschland gibt es rund 400 öffentliche Golfplätze, wobei es sich häufig um Plätze mit kürzeren Bahnen – also so genannte Kurzplätze – handelt. Auf diesen öffentlichen Plätzen ist jede und jeder willkommen. Hier gilt das Motto „Just pay and play!". Eine Mitgliedschaft ist nicht erforderlich, häufig brauchst du nicht einmal eine Platzreife, wenn du auf die Runde gehen möchtest. Und die Kosten sind überschaubar. Los geht’s bei 10,- EUR.
 

Clubmitgliedschaften: große Bandbreite

Aber auch eine Mitgliedschaft in einem Golfclub muss nicht außerordentlich viel Geld kosten. Je nach Lage, Qualität, Pflegezustand und Ausstattung sind die Kosten für eine Jahresmitgliedschaft sehr unterschiedlich – los geht es bei etwa 750,- EUR. Der Vorteil einer solchen Mitgliedschaft ist, dass man als Clubmitglied den clubeigenen Platz so oft spielen kann, wie man möchte. Das lohnt sich vor allem für diejenigen, die viele Runden drehen, gegebenenfalls in einer Mannschaft spielen, die Gemeinschaft und die Vorteile des Vereinslebens nicht vermissen möchten.
 

Kostengünstige Mitgliedschaftsmodelle für Gelegenheitsgolfer

Für diejenigen, die nur gelegentlich auf die Runde gehen oder auf vielen verschiedenen Plätzen spielen möchten, ist eine clubungebundene Mitgliedschaft meist die passendere Wahl. Eine solche Mitgliedschaft wird z.B. von der VcG oder Vermarktern von Fernmitgliedschaften angeboten. Der Vorteil: Der Jahresbeitrag ist mit etwa 150,- EUR bis 250,- EUR vergleichsweise niedrig. Dafür muss ein VcG- oder Fernmitglied aber für jede Runde das so genannte „Greenfee“ – also eine Art Nutzungsentgelt – bezahlen. Hierzulande starten die Kosten für eine 9-Löcher-Runde bei etwa 25,- EUR und enden bei etwa 150,- EUR für eine 18-Löcher-Runde. Die Spanne ist also auch hier sehr groß.

 

Vorurteil 2: Nur Senioren spielen Golf!

Das Klischee vom Golf als Seniorensport hält sich ebenfalls hartnäckig. Dabei wird unterstellt, dass das Golfspielen ausschließlich von Rentnern und Pensionären betrieben wird. Auch das ist nicht korrekt. Richtig ist, dass sich der Golfsport - im Gegensatz zu zahlreichen anderen Sportarten – auch sehr gut im höheren Alter ausüben lässt. Deshalb erscheint das Durchschnittsalter der organisierten Golfspieler:innen in Deutschland mit über 50 Jahren recht hoch. Das bedeutet aber nicht, dass Golf ausschließlich von älteren Menschen betrieben wird, werden kann oder werden sollte.

Hartnäckiges Klischee: Golfspieler sind stets ergraut, männlich und haben die Taschen voller Geld. (Bild: VcG und KI-Gemini)

Hartnäckiges Klischee: Golfspieler sind stets ergraut, männlich und haben die Taschen voller Geld. (Bild: VcG und KI-Gemini)


Natürlich spielen auch Kinder und Jugendliche Golf. Viele Golfclubs engagieren sich besonders stark für den Nachwuchs. Sie bieten nicht nur spezielle Schnupperkurse, Trainingsangebote und Jugend-Mannschaften, sondern auch sehr günstige Junior-Mitgliedschaften an. Gerade für die jüngeren Generationen gilt Golf als besonders geeignet – in körperlicher, geistiger und mentaler Hinsicht.
 
Denn das Spiel fördert nicht nur die Koordination, Beweglichkeit, Balance und Kraft, sondern verbessert auch die Ausdauer und Grundfitness. Ferner verlangt Golf ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit, Geduld und mentaler Stärke. Und nicht zuletzt werden soziale Kompetenzen wie Teamgeist, Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Frustrationstoleranz geschult – Fähigkeiten, die für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von besonderer Bedeutung sind.
 
Kurzum: Golf ist also kein Rentnersport, sondern ein Mehrgenerationen-Sport. Das Besondere ist, dass er nicht nur in jedem Alter und jeder Leistungsvariante ausgeübt werden, sondern dass man Golf jederzeit gemeinsam spielen kann – ganz unabhängig vom Alter, Geschlecht und der individuellen Spielstärke. Das kann kaum ein anderer Sport bieten.

 

Vorurteil 3: Golf ist doch kein Sport!

Manche Menschen bezweifeln, dass Golf ein anstrengender Sport sei. Das ist mehr als merkwürdig. Denn natürlich kann Golf sowohl intensiv, athletisch und leistungsorientiert als auch locker und entspannt im Sinne einer bewegungsorientierten Freizeitbeschäftigung betrieben werden. Das gilt für jede Sportart. Es kommt also immer darauf an, in welcher Form und welcher Intensität eine Sportart betrieben wird.
 
Klar, anders als der Boxsport präsentiert sich der Golfsport eher als eine moderate Bewegungsform, bei der nicht die Maximalkraft und die hochintensive Ganzkörper-Kraftausdauer im Vordergrund stehen. Golf ist vielmehr ein technik- und präzisionsorientierter Ausdauer- und Koordinationssport mit punktuellem Krafteinsatz. Dennoch verlangt der Golfsport den Spielerinnen und Spielern einiges ab: Eine typische Runde über 18 Löcher bedeutet eine Gehstrecke von etwa sechs bis acht Kilometern. Der Golfschwung beansprucht zahlreiche Muskelgruppen und erfordert ein hohes Maß an Koordination, Konzentration und Körperbeherrschung.
 
Selbst für einen durchschnittlichen Freizeitspieler kann Golf physisch und psychisch überaus herausfordernd sein. Wer das bezweifelt, sollte einmal eine Trainingssession auf der Range einlegen und konzentriert 200 Bälle hintereinander schlagen oder eine 18-Löcher-Runde auf einem hügeligen, wenigstens sechstausend Meter langen Golfplatz spielen – und dabei die Tasche tragen.
 

Vorurteil 4: Golfspielen geht nur mit Kragen, Knickerbocker und strengen Regeln!

Ein weiteres hartnäckiges Vorurteil betrifft den Dresscode auf dem Golfplatz. Viele Menschen glauben, dass strenge Kleidervorschriften den Zugang zur Sportart erschweren. Während es – wie in vielen anderen Sportarten auch – tatsächlich eine Kleiderordnung gibt, ist diese längst nicht so rigide, wie oft angenommen. Die meisten modernen Golfanlagen setzen auf eine entspannte Dresscode-Politik, die lediglich gepflegte Sportbekleidung voraussetzt. Jeans, Sneaker und T-Shirts sind auf vielen Plätzen mittlerweile erlaubt. Übrigens: Die so genannte und oft missverstandene „Etikette“ im Golfsport dient vor allem dem respektvollen Miteinander, der Sicherheit und dem Schutz des Platzes.
 

Fazit: Klischees vs. Realität

Die gängigen Golf-Klischees halten einer objektiven Prüfung nicht stand. Der moderne Golfsport ist für alle Altersgruppen zugänglich und erschwinglich. Die Vorurteile basieren oft auf veralteten Vorstellungen und entsprechen nicht der heutigen Realität. Golf verbindet auf einzigartige Weise körperliche Bewegung, mentale Herausforderung und soziales Erlebnis. Wer dem Sport eine Chance gibt, wird schnell feststellen, dass die negativen Annahmen unbegründet sind. Die Sportart befindet sich in einem Transformationsprozess, sie wird immer vielfältiger, erschließt zunehmend neue Zielgruppen und begeistert immer mehr Menschen. Es lohnt sich, eigene Erfahrungen zu sammeln und die Faszination des Golfsports selbst zu entdecken.
 
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